Die Winterzeit ist bei Verwaltern oft gefürchtet – beginnt doch wieder die Zeit, wo es gilt, tatsächliche Heizungsausfälle und Probleme von den Anrufen zu unterscheiden, bei denen gemeldet wird: „Die Heizung steht schon auf Stufe 3, aber es wird nicht warm!“ Im schlimmsten Fall bekommt man auf einmal Meldungen über Schimmel in Wohnungen, in denen es vorher nie Probleme gab.

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Die Ursachen können vielfältig sein und von Baumängeln über falsches Heizungs- und Lüftungsverhalten bis hin zu einem versteckten Feuchtigkeitseintritt durch einen Wasserschaden reichen. Die Ursache muss gefunden werden – zunächst gilt es jedoch tatsächlich, das Nutzerverhalten zu überprüfen.

Die folgenden „Tipps und Tricks“ sollen helfen, ohne Schimmel, Feuchtigkeitsprobleme und kalte Wohnungen durch den Winter zu kommen:

  • Ausreichend Lüften
    Es mag im ersten Moment paradox klingen, aber nur wenn Sie ausreichend Lüften, haben Sie eine Chance, Ihre Wohnung warm zu bekommen. Feuchte, abgestandene Luft sorgt für ein unangenehmes Raumklima. Achten Sie darauf, die Fenster komplett zu öffnen und nicht nur auf Kipp zu stellen. Die Kippstellung sorgt nur dafür, dass die Fensterlaibung auskühlt, frische Luft bekommen Sie darüber nicht ausreichend in den Raum.

  • Schließen Sie die Zimmertüren – vor allem, wenn Sie einzelne Räume beheizen und andere nicht. Die Luftfeuchtigkeit schlägt sich dort nieder, wo es am kältesten ist – wenn Sie nun das unbeheizte Schlafzimmer über das warme Wohnzimmer „mitheizen“, ziehen Sie tatsächlich die Feuchtigkeit ins Schlafzimmer hinüber.

  • Heizen Sie permanent
    Lassen Sie die Räume und Wände erst gar nicht auskühlen. Es kostet mehr Energie, wenn die Heizung erst abends, nachdem die Familie nach Hause kommt, wieder hochgefahren wird und dann die Räume erst erhitzt werden. Achten Sie darauf, dass Sie möglichst gleichmäßig Wärme verbrauchen, dann sparen Sie nicht nur Heizkosten, sondern haben auch ein angenehmes Raumklima.

  • Heizungsanlage warten lassen
    Achten Sie darauf, dass die Heizungsanlage regelmäßig gewartet wird. Fragen Sie ggf. auch Ihren Vermieter, wann die Wartung ausgeführt wird. Nur eine Heizungsanlage, die korrekt eingestellt ist und keine Luft in den Leitungen hat, kann für kontinuierliche Wärme sorgen.

  • Achten Sie auf das „Getränkedosen-Prinzip“
    Sie kennen das Phänomen – wenn man im Sommer eine Getränkedose aus dem kalten Kühlschrank nimmt, dann beschlägt diese. Feuchtigkeit setzt sich immer an der kältesten Oberfläche ab. Wenn Sie im Winter lüften, wird Ihnen auffallen, dass die Scheiben sofort beschlagen. Als Faustregel gilt – erst wenn die Fensterscheibe nicht mehr beschlägt, hat man ausreichend gelüftet. Wenn die Fenster von innen anlaufen, bedeutet dies, dass die Luftfeuchtigkeit sich an der kältesten Stelle – den Fensterscheiben – niederschlägt. Sorgen Sie durch Lüften dafür, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum abnimmt oder erhöhen Sie die Raumtemperatur – warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte.

  • Halten Sie Thermostatventile frei
    Achten Sie unbedingt darauf, dass vor Heizkörpern keine Vorhänge hängen oder Möbel stehen, da diese dann eventuell aufgrund von Stauwärme zu früh abschalten und gar nicht die gewünschte Heizleistung erreicht wird.

  • Reizen Sie die Heizstufen aus
    Wenn Sie feststellen, dass Stufe 2 oder 3 nicht ausreicht, dann drehen Sie die Heizung auch höher. Eine höhere Stufe bedeutet nicht zwangsläufig mehr Heizkosten. Im Gegenteil, wenn Sie den ganzen Winter in einer klammen Wohnung sitzen und die Heizung permanent auf Stufe 3 läuft, haben Sie mit Sicherheit einen höheren Verbrauch als wenn Sie ab und zu das Thermostatventil auch komplett hochstellen. Außerdem können Sie nur so prüfen, ob Ihre Heizköper gleichmäßig warm werden – wenn nicht, kann das wieder ein Zeichen für ein technisches Problem sein.

Kalte Wohnungen, Feuchtigkeit, im schlimmsten Fall sogar Schimmel – keiner möchte so wohnen. Es ist wichtig, dass man in einem solchen Fall mit dem Ausschlussverfahren arbeitet, nach Ursachen sucht und nicht „den Teufel an die Wand malt“. Oft reichen kleine Veränderungen im Nutzerverhalten, um ein anderes Wohnklima herbeizuführen und auch noch Heizkosten zu sparen.

Bitte melden Sie sich gerne, wenn Sie hierzu Fragen haben!