Einen interessanten Fall hat jetzt das Landgericht Berlin (Az.: 67 S 140/15) verhandelt.

Die Mieterin einer 2-Zimmer-Wohnung hat diese unrenoviert zurückgegeben. Bei Einzug war die Wohnung an Wänden und Decken neu gestrichen worden, jedoch nicht die Fenster. Diese hatten außerdem Lackplatzer. Der Zustand der Fenster wurde auch im Übergabeprotokoll festgehalten.

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 Der Vermieter behielt nun die Kaution ein und wurde von der Mieterin auf Auszahlung verklagt. Das Gericht gab der Mieterin Recht – und zwar mit folgender Begründung:

 Fenster seien ständig im Gebrauch und werden deswegen von einem Bewohner häufiger wahrgenommen. Außerdem fallen Fenster bei einer 2-Zimmer-Wohnung mehr auf als in „weitläufigeren Immobilien“. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass eine Wohnung nicht erst dann unrenoviert sei, wenn diese abgenutzt oder abgewohnt ist, sondern bereits dann, wenn der Gesamteindruck der Wohnung einen unrenovierten Zustand vermittelt.

 Für Vermieter bedeutet das eine weitere Erschwerung bei dem Versuch, gültige Schönheitsreparaturklauseln zu vereinbaren. So genügt es nicht mehr, Wände und Decken zu streichen – es muss darauf geachtet werden, ob die gesamte Wohnung einen renovierten Zustand vermittelt oder nicht. Das ist gerade deshalb so schwierig, weil hier jeder seine persönlichen Ansichten hat und ein anderes Empfinden, wann "renoviert" beginnt.

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