In einer WEG ist einer der Beiräte nicht Eigentümer. Gemäß § 29 Abs. 1 WEG (hier nachzulesen) dürfen zwar nur Mitglieder der Eigentümergemeinschaft in den Verwaltungsbeirat gewählt werden. Sofern Nichteigentümer gewählt werden, ist der Beschluss nur anfechtbar, nicht nichtig. Wird er nicht angefochten, hat er Bestand.

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Nun stellt sich die Frage: Ist die Nichtöffentlichkeit (§ 24 Abs. 1 WEG, hier nachzulesen) einer Eigentümerversammlung verletzt, wenn dieser externe Beirat an der Versammlung teilnimmt?

Ja, urteilt jetzt das AG Idstein, Urteil v. 7.9.2015, 32 C 7/15 (hier nachzulesen). Der externe Beirat darf zwar an der Versammlung teilnehmen, jedoch nur, soweit sein spezifischer Aufgabenbereich betroffen ist (z.B. Bericht über die Jahresabrechnung). Bei allen weiterführenden Themen hat die Gemeinschaft das Recht, unter sich zu bleiben und zu diskutieren.

Beschlüsse, die in dieser öffentlichen Runde gefasst werden, sind demnach anfechtbar.

Deshalb:

Es ist absolut sinnvoll, auch nur Mitglieder einer WEG zu Verwaltungsbeiräten zu bestellen. Alles weitere erschwert die Zusammenarbeit in der WEG und birgt das Risiko von Anfechtungsklagen.

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